Übung unter der Burg klappte wie am Schnürchen

 DRK und THW spielten einen Einsatz nach einem Erdrutsch durch / Interesse der Bevölkerung gering.

Übung unter der Burg klappte wie am Schnürchen (veröffentlicht am 28. September 2010 auf badische-zeitung.de)

Schnell versorgt waren bei der Übung die Verletzten.  Foto: Thomas  Mink

LÖRRACH. Diese Katastrophe war zum Glück nur gespielt: Ein Erdrutsch und sechs bis acht vermisste und verletzte Personen war das Szenario einer Übung, die Rotes Kreuz, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk am Freitagabend an der Burg Rötteln veranstalteten. Trotz Regenwetters und der der hereinbrechenden Nacht lief die Übung problemlos ab.

Die Umgebung des Grillplatzes hinter der Burgruine haben sich die Organisatoren als Übungsgelände ausgesucht. Mehrere Darsteller von Verletzten haben sich gegen 19 Uhr eingefunden, einer von ihnen alarmiert per Handy die Einsatzkräfte. Es dauert nicht lange, bis aus der Ferne das Martinshorn ertönt. Gespannt blicken die wenigen Zuschauer, die trotz des Dauerregens erschienen waren, ins Tal hinunter, wo nach kurzer Zeit das Kommandofahrzeug auftaucht und über den Waldweg zum Grillplatz hoch fährt. Dort gibt Einsatzleiter Knut Nabbefeld eine erste Einschätzung der Lage und seine Kommandos durch. “Sechs bis acht Personen werden vermisst. Die Lage ist unklar. Es hat sich eine Explosion ereignet, und ein Erdrutsch hat stattgefunden”, spricht er in sein Funkgerät. Auf dem großen Parkplatz unterhalb der Burg soll ein Bereitstellungsraum der Einsatzkräfte eingerichtet werden.

 

 

Es dauert nur kurze Zeit, bis drei Rettungswagen den Feldweg heraufgefahren kamen. Während die Fahrzeuge sich um die Grillstelle postieren, wird es langsam dunkel. Ein Verletzter kommt auf die Sanitäter zu, berichtet völlig aufgelöst von den vermissten Kindern, die er rufen hört, und bricht weinend zusammen. Sofort werden er und zwei weitere Verletzte von den Sanitätern versorgt. Während dessen arbeiten sich die schweren Feuerwehrfahrzeuge den Waldweg hoch, nehmen Position ein, und ein Trupp strömt mit Handscheinwerfern in den Wald aus, um die Vermissten zu suchen. Kameraden sperren das Areal ab, um Schaulustigen den Zugang zu verwehren, da die Lage nach wie vor unklar ist. Nun kommt auch das THW, baut Beleuchtung auf, nimmt ein Stromaggregat in Betrieb und beteiligt sich an der Vermisstensuche. Währenddessen hieven Sanitäter einen Verletzten, bei dem Verdacht auf eine Rückenwirbelverletzung besteht, auf ein Gipsbett und transportieren ihn ab. Unten auf dem Parkplatz bauen die Einsatzkräfte Zelte auf, in denen die Verletzten erstversorgt werden.

Alles klappte wie am Schnürchen, die verschiedenen Einsatzkräfte arbeiteten Hand in Hand. Und das, obwohl zahlreiche verschieden Kräfte an der Übung beteiligt waren: das THW Lörrach und die Feuerwehr Lörrach-Haagen, die DRK-Ortvereine Maulburg und Weil am Rhein sowie der Rettungsdienst Lörrach. Insgesamt waren rund 60 Personen im Einsatz. Mit dem Verlauf der von Rasmus Kasprzyk vom DRK Maulburg organisierten Übung konnten sie zufrieden sein. Nur die geplante Demonstration ihrer Fähigkeiten in der Öffentlichkeit war nicht so erfolgreich, da wegen des miserablen Wetters gerade mal ein Dutzend Zuschauer an die Burg Rötteln kamen.

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